Historische Verantwortung

Die Mitglieder unseres Vereins sind (nicht-jüdische) Regensburger Bürgerinnen und Bürger, die sich in historischer Verantwortung für eine Synagoge und die bauliche Erneuerung des jüdischen Zentrums am Brixener Hof 2 engagieren.

Eine jüdische Gemeinde existiert in Regensburg mindestens seit dem 10. Jahrhundert. Sie war (und ist) eine der ältesten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden im deutschsprachigen Raum. Das jüdische Viertel und die Synagoge lagen seit jeher im Herzen der Stadt Regensburg.

Bereits 1230 hatte die Gemeinde eine Synagoge (mit 300 Sitzplätzen), eine Talmudhochschule, eine Schule, ein rabbinisches Gericht sowie Gemeindehaus, Hospital, Ritualbad und Friedhof.

Am 12. Januar 1519 zerstörten die Regensburger die damalige Synagoge am Neupfarrplatz und vertrieben die Juden aus Regensburg (mit Stadtratsbeschluss vom 21. Februar 1519).

Foto Synagoge-1912Am 29.8.1912 wurde in der Schäffnerstraße 2 (heute am Brixener Hof 2) eine neue Synagoge eingeweiht, mit 290 Plätzen für Männer und 180 für Frauen. Daneben entstanden ein Gemeindehaus mit Betsaal, eine jüdische Volkshochschule, ein Sitzungssaal, eine Wohnung für Kantor, Kultusdiener und Hausmeister sowie ein Ritualbad. (Siehe dazu auch: https://www.oth-regensburg.de/index.php?id=2920)

In der sog. „Reichskristallnacht“ am 9./10. November 1938 wurde diese Synagoge abgebrannt, die Juden auf die Straße getrieben, jüdische Geschäfte von SS, SA und NSKK demoliert und geplündert. Die jüdische Bevölkerung wurde auf den Polizeirevieren am Jakobstor und am Minoritenweg gefangen gehalten. Für viele von ihnen endete der Weg in der Gaskammer eines Konzentrationslagers.

Zerstörte Synagoge 38

Am 9./10. Nov. 1938 zerstörte Synagoge

Es waren Menschen auch unserer Stadt Regensburg, die in der Reichspogromnacht 1938 die Synagoge zerstörten. Seit dieser Zerstörung gibt es in Regensburg keine Synagoge mehr. Daraus erwächst für uns als Bürgerinnen und Bürger des heutigen Regensburgs eine historische Verantwortung für die Gegenwart.
Dass nach Zerstörung und Völkermord an der jüdischen Bevölkerung wieder Juden in Regensburg ansässig wurden und werden, wieder jüdisches Leben einkehrte und eine jüdische Gemeinde wuchs und gedeiht, kann uns nichtjüdische Regensburger nur mit Dankbarkeit erfüllen.

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