Ein Haus, das Widersprüche versöhnt

Das neue Jüdische Gemeindezentrum in Regensburg wird sehr sicher – und sehr offen. Förderer können „Bausteine“ finanzieren.

In ziemlich genau einem Jahr, im Februar 2019, feiert Regensburg die Einweihung der neuen Synagoge – 500 Jahre nach dem Trauma in der Geschichte der Regensburger Juden. 1519 wurde die Jüdische Gemeinde vertrieben, die gotische Synagoge am Neupfarrplatz niedergerissen, das Judenviertel aufgelöst. Die neue Synagoge, 1912 in der Schäffnerstraße (heute: Am Brixener Hof) ging in der sogenannten „Reichskristallnacht“, am 9./10. November 1938, in Flammen auf – ein Fanal. Eine mörderische Zeit brach an.

Für nicht wenige Menschen in Regensburg befindet sich auf dem Areal Am Brixener Hof die bedeutendste Baustelle in Regensburg. Die Synagoge mit dem Jüdischen Gemeindezentrum soll eine Wunde schließen. Rabbi Josef Bloch nennt das Projekt ein wichtiges Zeichen. „Ein Haus Gottes, gefallen von böser Hand, wird wieder aufgerichtet“, sagte er anlässlich der Grundsteinlegung 2016. Sogar Berlin nimmt wahr, welche Bedeutung der Neubau hat. Die Bundesregierung stuft ihn als Projekt von nationalem Rang ein und gibt 3,3 Millionen Euro für das auf Vorhaben, dessen Gesamtkosten bei 5,5 Millionen Euro liegen.

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